Seit anderthalb Jahren nutze ich die Oclean Smart Elektrische Zahnbürste, die mit innovativen Features wie einer 8-Bereiche-Verfolgung, Bluetooth-Konnektivität und einem Smart-Touchscreen beworben wird. Ursprünglich war ich besonders von diesen smarten Funktionen angetan und hoffte, dass sie meine Zahnpflege auf das nächste Level heben würden. Nach ausgiebiger Nutzung hat sich jedoch gezeigt, dass nicht alles Gold ist, was glänzt.
Erster Eindruck – Hochwertiges Design mit gutem Zubehör
Beim Auspacken machte die Zahnbürste einen hochwertigen und modernen Eindruck. Das schlichte silberne Design wirkt klassisch und elegant. Im Lieferumfang enthalten waren vier Zahnbürstenköpfe (zwei große, zwei kleine), eine Ladestation, sowie eine Reisehülle, die gleichzeitig als Ladegerät dienen sollte. Besonders das Display auf der Zahnbürste wirkte auf den ersten Blick edel und vielversprechend.
Reinigungsleistung – Enttäuschend trotz hoher Frequenz
Trotz der beeindruckenden 84.000 Bewegungen pro Minute, die Oclean verspricht, empfinde ich die Reinigungsleistung als unzureichend. Ich hatte zuvor eine Philips-Schallzahnbürste für etwa 70 Euro, und diese fühlte sich in der Nutzung deutlich kräftiger an. Die Oclean-Zahnbürste vermittelt nicht das Gefühl, dass sie die volle Amplitude ausschöpft – die Bewegungen scheinen kürzer und weniger kraftvoll zu sein. Dadurch fehlt mir das gründliche Reinigungserlebnis, das ich von anderen Modellen gewohnt bin.
Smart-Touchscreen & 8-Bereiche-Verfolgung – Mehr Frust als Nutzen
Eines der Hauptverkaufsargumente dieser Zahnbürste ist das smarte Feedback zur Putzleistung. In der Theorie eine tolle Idee – in der Praxis leider ein absoluter Reinfall. Die Zahnbürste erkennt die geputzten Bereiche oft nicht korrekt, sodass das versprochene Feedback kaum nutzbar ist. Noch frustrierender: Die Bluetooth-Verbindung zur App war unzuverlässig, sodass ich oft mehrere Versuche brauchte, um eine Verbindung herzustellen. Nach drei Wochen habe ich es komplett aufgegeben, die App zu nutzen.
Akkulaufzeit – Solide, aber keine Überraschung
Hier kann ich nichts Negatives berichten. Oclean verspricht 30 Tage Akkulaufzeit, und ich komme tatsächlich auf etwa 20 bis 30 Tage pro Ladung. Das ist ein solider Wert und entspricht der Konkurrenz.
Putzmodi – Kaum Unterschiede spürbar
Die Zahnbürste bietet drei Modi (Sonnenaufgang, Sonnenuntergang, Exklusiv-Modus). Leider konnte ich keinen spürbaren Unterschied zwischen den Modi feststellen. Ob sie sich überhaupt verändert haben, war für mich nicht immer klar – daher würde ich sie als unnötige Spielerei bezeichnen.
Ladestation & Wandhalterung – Funktioniert nicht wie versprochen
Ein weiteres Manko ist die magnetische Ladestation. Sie sieht zwar modern aus, aber in der Praxis gibt es ein großes Problem: Die Zahnbürste lädt nicht zuverlässig, wenn sie nur auf der Station liegt oder an der Wandhalterung hängt. Um sicherzugehen, dass sie lädt, muss sie exakt platziert werden. Eine bequeme induktive Ladung ist leider nicht möglich, was die Nutzung unnötig umständlich macht.
Bürstenköpfe – Kein großer Unterschied
Ich habe beide mitgelieferten Bürstenköpfe ausprobiert. Der einzige Unterschied, den ich bemerkt habe, ist, dass einer kleiner ist als der andere. Ich bevorzuge den größeren Bürstenkopf, da er einfach mehr Fläche abdeckt. Eine echte Innovation konnte ich hier nicht feststellen.
Haltbarkeit & Qualität
Positiv hervorzuheben ist, dass die Zahnbürste nach anderthalb Jahren keine sichtbaren Verschleißerscheinungen aufweist. Sie funktioniert mechanisch noch einwandfrei, auch wenn einige der Features für mich unbrauchbar geworden sind.
Preis-Leistungs-Verhältnis – Leider nicht empfehlenswert
Die Oclean-Zahnbürste kostet aktuell rund 100 Euro, je nach Angebot. Angesichts der unzureichenden Reinigungsleistung, der unzuverlässigen App und der fehlerhaften Ladestation halte ich den Preis für nicht gerechtfertigt. Eine Philips-Schallzahnbürste für 70 Euro mag weniger smarte Features haben, aber sie tut, was sie soll: zuverlässig reinigen.
Fazit – Viel versprochen, wenig gehalten
Die Oclean-Zahnbürste wollte mit innovativen Features und smarter Technologie punkten, ist aber in den Kernfunktionen einer elektrischen Zahnbürste enttäuschend. Die Reinigungsleistung ist schwächer als erwartet, die App ist unzuverlässig, und selbst das Laden ist unnötig kompliziert. Für den aktuellen Preis kann ich sie nicht weiterempfehlen – wer Wert auf eine starke Leistung legt, sollte sich lieber nach einer bewährten Alternative umsehen.